„The success of an intervention depends on the interior condition of the intervenor.”

[William O’Brien]

 

Achtsamkeitspraxis im Kontext des Lernens

 

Wenn man das Phänomen Lernen in Organisationen einmal näher betrachtet, so lassen sich in der Essenz zwei Orte ausmachen, aus denen Lernen heraus entsteht oder entstehen kann: Der eine Ort ist die Vergangenheit. Hier blicken wir zurück, reflektieren, was geschehen ist und versuchen, aus der Erfahrung heraus zu lernen, um die gewonnene Erkenntnis sodann mit Blick auf die Zukunft anzuwenden. Planung, Strategieentwicklung, Zielsetzung, Maßnahmenbeschreibungen, best practices, aber auch Evaluationen oder Erfolgsmessungen sind hier bekannte Eckpfeiler für organisationales Lernen (Aktions-Reflexions-Zyklus oder PDCA). Diese Form des Lernens ist in vielen Organisationen verankert.

 

Räume der Stille

Mittlerweile spüren die meisten Organisationen jedoch, dass die Herausforderungen, die mit einer immer stärker vernetzten, komplexer werdenden und sich stetig wandelnden Umgebung einhergehen, nicht mehr mit üblichen, vergangenheitsreflexiven Ansätzen bewältigt werden können. Wenn die Vergangenheit als verlässliche Lernquelle für heutige Herausforderungen wegfällt, bleibt nur die Zukunft als weiterer Ort, aus dem ein Lernen heraus entstehen kann. Der Ansatz „von der entstehenden Zukunft her lernen“ verfolgt eine Idee, die maßgeblich von Otto Scharmer entwickelt wurde. Hier geht es darum, die entstehende Zukunft zu erspüren, sich mit dem künftigen Potenzial zu verbinden und dieses dann in die Wirklichkeit oder Gegenwart zu bringen (Presencing/erspürte Vergegenwärtigung). Studien haben ergeben, dass die meisten erfolgreichen Innovatoren selten die Vergangenheit analysieren, um bedeutende Entwicklungen oder Neuerungen in die Welt zu bringen. Im Gegenteil: Sie agieren aus anderen, möglicherweise aus einer tieferen Wissensquellen heraus und sind scheinbar in der Lage, diese fruchtbar zu machen.

 

Drei wesentliche Lernschritte

Aber was passiert hier und wie ist das möglich? Drei wesentliche Schritte können diese  Art des Lernens begünstigen, sofern es gelingt, aus dem richtigen, inneren Ort heraus zu handeln:

Schritt 1. Wahrnehmen und Beobachten (Erfahrungslernen): Sich erlauben, aus den eigenen, gewohnten Denkmustern auszusteigen und sich zu öffnen für andere Räume und Welten, für das Neue und Unerfahrene. Eintauchen in den Erfahrungsraum des anderen, tief zuhören, wahrnehmen und verstehen wollen.

Schritt 2. Rückzug in die Stille (Mindfulness): Raum halten für tiefere Reflexion, Meditation und Kontemplation, die den Zugang zum eigenen intuitiven Wissen oder schöpferischen Selbst ermöglichen kann: „Welche Zukunft möchte hier entstehen und was hat das, was ich erlebe mit mir und meinem Weg zu tun.“

Schritt 3: Realisierung (Aktionslernen): Raum halten für die entstehende Idee. Entdeckung des Neuen durch Tun. Aus dem inneren, schöpferischen Ort heraus handeln (Art der Aufmerksamkeit, Intention, Präsenz im Kontakt zu mir und zu anderen).

Insbesondere die Achtsamkeitspraxis gilt in der heutigen Zeit als Revolution in Kontexten des Lernens. Räume der meditativen Stille (wie in Schritt 2 beschrieben), in denen die eigene Aufmerksamkeitslenkung gestärkt und die Konzentrationsfähigkeit erhöht werden kann, ermöglichen erst einen gesünderen Umgang mit der bestehen Informationsüberforderung und digitalen Vernetzung, die in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Räume der Stille erlauben ein Besinnen auf das Wesentliche und fördern die Intuition, die uns hilft, Komplexität zu handhaben und tiefere Lernprozesse zu aktivieren. Hierzu genügen immer mal wieder wenige Minuten pro Tag: 3-5 Minuten der Stille und des Innehaltens.

 

Neugierig, mehr über meditative oder kontemplative Ansätze zu erfahren, dann schreibe mir.

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Dr. Katja Bartlakowski

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