„Jeder weiß, wie nützlich es ist, nützlich zu sein. Doch niemand scheint zu wissen, wie nützlich es ist, unnütz zu sein. Wer unnütz ist, den kann man nicht zu Geld machen.“              

Meister Sōjun wanderte mit seinen Schülern durch den Wald. Einer seiner Schüler blieb plötzlich stehen, zeigte auf einen alten Baum und sagte: „Seht euch diesen Baum an. Wie krumm er doch ist. Und seine Äste sind verbogen und knorrig. Dieser Baum ist unnütz. Man kann ihn zu nichts gebrauchen.“ Meister Sōjun betrachtete den Baum und sprach zu seinen Schülern: „Seid unnütz, so unnütz wie dieser Baum.“ Der Meister blickte in die ratlosen Gesichter seiner Schüler und fügte hinzu: „Seid ihr ein gerader Baum, dann wird man Bretter aus euch fertigen. Seid ihr ein schöner Baum, wird man Möbelstücke aus euch machen. Seid wie dieser Baum, völlig unbrauchbar. Dann werdet ihr in Ruhe wachsen und eurer wahren Natur folgen können. Ihr werdet alt werden. Und viele Menschen werden unter euch Schatten finden.“ Der Meister lachte. Dann fügte er hinzu: „Jeder weiß, wie nützlich es ist, nützlich zu sein. Doch niemand scheint zu wissen, wie nützlich es ist, unnütz zu sein. Wer unnütz ist, den kann man nicht zu Geld machen.“ Die Schüler schwiegen und dachten noch lange über die Worte des Meistern nach.

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Dr. Katja Bartlakowski

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